Elfchen dichten

Wisst ihr was ein Elfchen ist?

Ein Elfchen hat 11 Worte, deshalb heißt es auch Elfchen, und besteht aus 5 Zeilen. Ich habe es zum ersten Mal im Kloster Himmerod versucht bei einem Schreibworkshop von Rüdiger Heins/INKAS Institut.  Es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht und die Worte sind nur so aus mir herausgepurzelt. Ein paar meiner ersten Ergüsse habe ich euch weiter unten zu eurer eigenen Motivation, es einmal selbst auszuprobieren, hinzugefügt.

Die Elfchen-Dichtform soll die Kreativität anregen. Man benutzt sie deshalb auch in Schulen und sogar in Sitzungen, wenn Themen festgefahren sind. Sie sollen den Horizont erweitern. Einfach mal an dem Ort, an dem man sich gerade befindet loslegen. Man sollte dabei keine großen Erwartungen haben an die Dichtkunst, sondern einfach mal den Gedanken freien Lauf lassen. In meinen Elfchen lautete die Anforderung „Farbe + Gefühl“ sollten darin vorkommen. Ein Elfchen ist ein spielerisches Instrument das befreit.

In Zeile 1 – beschreibt man einen Gedanken, eine Farbe, ein Gegenstand etc.

In Zeile 2 – sagt man, was das Wort in Zeile 1 macht.

In Zeile 3 – sagt man, wo oder wie ist das Wort in Zeile 1.

Zeile 4 – will wissen was meinst du?

Zeile 5 – beschreibt das Fazit: Was kommt dabei heraus?

FVS_FliegRot //

wie die Liebe //

das bist du //

hör nur sie singt //

flieg //     [Fvs]

oder dies hier:

Schwarz //

gebrannte Erde //

in dich hinein //

geh fort, weit fort //

verzeih //   [Fvs]

in Rosa hab ich auch noch was:

Rosa //

Spüre dich//

flieg weit davon //

trage deine Gefühle fort //

Explosion //   [Fvs]

Na, konnte ich euch inspirieren? Ihr müsst es unbedingt ausprobieren…

Viel Spass dabei wünscht euch eure Franziska von Schleyen

Texte & Poesien geschmückt mit Kalligrafien

Foto: FvS©
Foto: FvS©

Ahrenshoop hat es mir angetan und so reiste ich abermals zum [Verweis] Schreibworkshop mit Dr. Kristine von Soden. Morgens Schreiben, mittags Kalligrafie. Eine wunderbare Mischung, die unsere eingestaubten Arbeitshirne von jeglichem Ballast des vergangenen Jahres vollends befreiten. Diesmal wurde es sehr poetisch. Zunächst haben wir uns anhand stimmungsvoller Textauszüge prominenter Ostseeautoren wie Erich Kästner, Elizabeth von Arnim und Kurt Tucholsky in Stilkunde geübt. Mit Reiseskizzen, Erinnerungen, Reportagen und Erzählungen verging der erste Tag wie im Fluge. Unsere Trainerin hatte die schönsten Papiere für uns organisiert. Tintenfass und Federn sowie Kalligrafie-Filzstifte lagen zum Üben bereit. Zaghaft wurden von uns die ersten kunstvollen Buchstaben zu Papier gebracht. Bereits am dritten Tag waren wir in der Lage mit Schwung und viel Freude unsere schönsten Texte auf‘s Papier zu zaubern. Wir haben uns in Haiku geübt, poetische Gedichte verfasst und hatten jede Menge Spaß an den witzigen kreativen Schreibübungen. Auch wenn Ahrenshoop um diese Jahreszeit fast ausgestorben ist, so hatte es dennoch auf den zweiten Blick seinen eigenen Charme, das kleine Künstlerdorf direkt an der Ostsee. Vielen Dank liebe Kristine von Soden für drei wunderschöne Tage.

Franziska von Schleyen

„…so weit und so klar ist das Land, die Luft und die Gedanken…“

Auf Spaziergängen durch das malerische Ahrenshoop, entlang der Bodden- und Ostseeküste, konnten wir unseren kreativen Ideen freien Lauf lassen. Aus diesen Texten ist das Buch „Fischländer Schreibwerkstatt“ entstanden. In kreativer Gemeinsamkeit mit drei Autorinnen sind wunderbare Texte entstanden. Mit Themen wie: „Steine – Ein Lebensprojekt“, „Strandgutgeschichten“, „C-Dur und D-Moll“ und weiteren Aufgaben, haben wir unseren inneren Künstler ans Tageslicht gelockt.

Foto: FvS©
Foto: FvS©

Jeder der Texte ist auf seine eigene Art interessant, weil er das Thema auf unterschiedliche Weise beleuchtet und erzählt. Bleibt zu erwähnen, dass die Texte in kurzer Zeit entstanden sind, also ohne lange darüber nachzudenken, eben aus dem Bauch und aus dem Herzen heraus. Wir waren alle überrascht über unsere Kreativität. „…so weit und so klar ist das Land, die Luft und die Gedanken…“ weiterlesen