Im Sturm der Liebe das Publikum erobert – Premiere „words & tones“

Mit Premieren ist das so eine Sache. Man bereitet sich wochenlang vor, probt, schreibt Regiepläne, stellt das Programm um, weil es andersherum doch vielleicht besser klingt. Man wird krank und betet, dass zum Termin die Stimme wieder da ist. Man wird von guten Freunden mit echten „Caruso“- Lutschpastillen und „Strepsils“ versorgt, das beruhigt ungemein. Danke Sandra! Ich blase Blubberblasen mit einem Wasserschlauch in eine Wasserflasche um die Stimmbänder zu befeuchten, auch wenn mich Backstage alle auslachen. Doch es hilft! Dann ist es soweit. Die Spannung steigt. Es geht los. Ich nehme auf einem Barhocker Platz und Siegfried mit seiner Gitarre neben mir. In der ersten Reihe schauen wir unserem Publikum direkt in die Augen. Kein Sicherheitsabstand! Wie aufregend!

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Franziska von Schleyen und Siegfried Rolletter

Doch von vorne… am Sonntag, den 26. März 2017, feierte ich mit Siegfried Rolletter (Komponist/TS Musikproduktion & Verlag) die Premiere mit dem Programm „Words & Tones“. Wir plauderten über unsere Künstlerseele, wie unsere Texte und die Musiken entstanden sind und was sich dahinter verbirgt. Ich begann mit einer meditativen Prosa „Begegnereien“ aus dem Spreewald, die Siegfried mit einem Walzer auf der Gitarre ausklingen ließ. Gefolgt von „Himmelsblau“, ein Momentum, das an einem himmelblauen Tag entstand und die Sehnsucht nach mehr Meer weckte. Da wirkte Blue Moon wie ein krönender Abschluss. Welche Wege bis zum „Ohrwurm“ nötig waren, wurde durch die Geschichte der beiden Blue-Moon-Autoren, Richard Rodgers (Musik) und Lorenz Hart (Text), erst deutlich.

Dies war eine gute Gelegenheit, den Gästen meine neuen Kunstkarten mit Momentums (Lyrik, Gedichte oder Prosa) vorzustellen und das! neue Gedichtband, ein türkisfarbenes Satinband mit dem Text „Himmelsblau“.

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Siegfried Rolletter

Nach der Pause folgte ein Interview. Schließlich wollten alle wissen, wie sich Komponisten von der Filmmusik inspirieren lassen und wie die Musik unter den Film kommt. Unsere Gäste fanden dieses Thema super spannend. Bei der Lyrik „Im Sturm der Liebe“ wurde ich selbst überrascht. Siegfried Rolletter zeigte sich als Liedermacher und hatte mein Gedicht interpretiert und musikalisch begleitet. Was für eine Überraschung, da muss man als Autorin schon mal schlucken vor Freude. Für unser Publikum war die Verwandlung vom Gedichtes in einen Song eine ganz besondere Erfahrung.

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Franziska von Schleyen und Siegfried Rolletter

Mit der Zeit ist das so eine Sache, nie hat man genug davon. So ging auch die Zeit mit einem gut gefüllten und sehr abwechslungsreeichen Programm wieder viel zu schnell vorbei. Was passte da besser als das Gedicht „Die Zeit“. Siegfried beschrieb, wie er die Zeit während einer Radtour in den Bergen völlig vergaß und danach die „Rohrmoos – Öblarn –Tour“ komponierte. Sogar eine Zugabe wurde gewünscht. Zum Glück waren wir darauf vorbereitet und hatten genug Texte und Noten im Koffer. Das Publikum tauchte noch einmal ganz tief in die inneren Gedankenwelten der Liebe und Bach wäre stolz auf uns gewesen. Wir bekamen großen Applaus und sind an diesem Abend glücklich nach Hause gefahren.

An dieser Stelle sagen wir unseren Gästen ein herzliches Dankeschön für den Dialog und die Wertschätzung die Sie unserer Arbeit entgegengebracht haben. Ebenso dem gesamten Maleen-Kellertheater-Team, ihr seid ne echt coole Location!

Franziska von Schleyen und Siegfried Rolletter

[Fotos/Text: Franziska von Schleyen]