Eine Blume im Himmel

Stella hat es nach Hampton-In-Arden verschlagen, ein Dorf in den Midlands, mitten in England. Auch diesmal hat sie im Village Pub „White Lion“ ein Zimmer gebucht. Sie liebt diesen Pub. Immer, wenn sie eine Geschäftsreise nach Birmingham unternimmt, ist genau das der Ort, wo sie nach einem anstrengenden Arbeitstag ihre Ruhe findet. Mit dem Taxi vom Airport ist er in exakt zehn Minuten zu erreichen. Vorausgesetzt, sie versäumt es nicht, dem Taxifahrer rechtzeitig den Schleichweg über die Shadowbrook Lane anzusagen. Wenn sie nach Birmingham fährt, wo die meisten Geschäftstreffen stattfinden, nimmt sie den Zug.

Stella genießt es, auf ihren geschäftlichen Reisen an einem Ort zu wohnen, den sie kennt. Es verursacht ihr weniger Stress, davon hat sie tagsüber schließlich genug. Kein Check-in, keine Ausweiskontrolle, kein Kreditkartencheck. Stattdessen eine herzliche Umarmung von Math, dem Chef, der ihr gleich den Zimmerschlüssel in die Hand drückt. Am Nachmittag ist noch nicht viel los hier. Es beginnt leicht zu schneien und die Gaststube füllt sich langsam. In den Fensternischen, vor den weißen Sprossenfenstern, versammeln sich Pärchen auf einen Feierabenddrink. Einige Männer nehmen an der Bar Platz. Sie genießen ein Pint und unterhalten sich angeregt. Auf der Theke stehen unzählige geöffnete Rotweinflaschen und ein silberner Kühler, der bis an den Rand mit Eis gefüllt ist. Französische und argentinische Weißweine werden bis zur vollständigen Geschmacksneutralität hinunter Eine Blume im Himmel weiterlesen

Paul- Eine Weihnachtsgeschichte

Paul ist ein alter Mann. Seine Frau ist vor mehr als zehn Jahren gestorben und seine Söhne sind schon lange zu Hause ausgezogen. Michael wohnt mit der Familie in München und Frank, als ewiger Single, in Hamburg. Beiden geht es gut, sie haben zumindest keine finanziellen Probleme. Ab und zu rufen sie ihn an oder besuchen ihn. Das macht Paul glücklich.

In der Straße, in der Paul wohnt, sitzt er jeden Abend auf einem Mauerpfosten vor dem Haus. Am liebsten trägt er seine blaue Arbeitslatzhose, dazu ein kariertes Hemd, an dem die Ärmel hochgekrempelt sind und seine blaue Wollmütze, die er wie ein Matrose tief in die Stirn gezogen hat. Auf der Nase sitzt seine olle goldene Brille, die irgendwie gar nicht zum Rest passt. Er beobachtet die Leute mit ihren Autos, Fahrrädern, Mopeds und Motorrädern, wie sie an ihm vorbei fahren. Manche grüßen ihn und heben im Vorbeifahren die Hand. Das macht Paul glücklich.

Mit den Fußgängern hält er ab und zu einen Plausch. „Hallo Paul, wie geht’s heute?“, fragen sie ihn, oder „Na, Paul hast du schon deinen Salat gegossen?“ Manche berichten ihm von ihren Sorgen. Paul hört ihnen zu, nickt mit dem Kopf und sagt „Ja, ja, so ist es.“ Andere hören überhaupt nicht mehr auf zu quasseln. Doch Paul ist ein geduldiger Zuhörer. Das macht Paul glücklich.

Wenn er nicht auf dem Mauerpfosten sitzt, fährt er mit seiner Agria 1700 durch die Gegend. Ein Auto braucht er nicht. Paul ist besonders stolz auf dieses kleine Gefährt, Baujahr 1957. Den Anhänger hat er selbst zusammengezimmert, weil er früher viel Holz für den Kamin transportiert hatte. Heute fährt er damit hauptsächlich zum Einkaufen, zum Doktor und zum Friseur. Einige, die ihn abends grüßen, wenn er auf dem Mauerpfosten sitzt, kennen Paul von seinen Touren. Sie müssen dann langsam hinter ihm her zuckeln, weil er nicht so schnell ist. Die alte Dame hat nur 6 PS. Er nennt sie liebevoll „Agathe“, wie seine Schwester. Bevor er morgens losfährt, sagt er manchmal „Moin, Agathe, alles klar?“ und lächelt zufrieden. Das macht Paul glücklich.

Eines Abends sitzt Paul wieder auf seinem Mauerpfosten und beobachtet die Leute. Jan, der auf dem Weg zur Judostunde ist bleibt stehen.

„Hallo Paul! Sag mal, wie kommst du eigentlich auf die Mauer?“ Paul- Eine Weihnachtsgeschichte weiterlesen

Mein kreativer Schreibplatz

FVS_Facebook_Kreativer SchreibplatzEs ist 7:00 Uhr am Morgen, im Sommer kann es auch noch früher sein. Ich schlüpfe in meinen Bademantel, manchmal auch zwei übereinander, wenn es draußen noch kalt ist. In der Küche schalte ich meine Nespresso Maschine an und bereite mir zunächst einen frischen Kaffee. Vielleicht kann man sich das nur schwer vorstellen, doch für mich beginnt die Inspiration bereits mit der Auswahl einer stimmungsabhängigen Kaffeetasse. Manchmal nehme ich die französische Kaffeeschale, die mein Mann einmal von einer Frankreichreise mitgebracht hat, manchmal wähle ich die Tasse mit den roten Rosen aus einem Urlaub von der Insel Rügen oder mir gefällt der „Gute Laute Becher“ mit dem lachenden Sonnengesicht, das mir einen guten Morgen wünscht und der ein Geschenk meiner Freundin Brigitte ist.

Danach schnappe ich mir zwei Kissen, Mein kreativer Schreibplatz weiterlesen

In vino poetas – 21.02.2016 – ein weinseliger Sonntagnachmittag bei Hans Lang

stimmungsvolle Ansichten...Text/Foto: FvS©
stimmungsvolle Ansichten…Text/Foto: FvS©

Gibt es schöneres, als den Sonntag bei einem guten Glas Wein ausklingen zu lassen? Insgesamt sechs Autoren der ARS-Autorengruppe RheinMain haben am vergangenen Sonntag eine Lesung & Weinprobe gestaltet. Bis auf den letzten Platz waren alle Tickets  im Weingut Hans Lang, Eltville-Hattenheim, ausverkauft. Den Abend begann ich mit meinen Momentums „Rheingau Impressionen“. Hierzu habe ich die Gäste gedanklich an stille Winkel im Rheingau entführt. Ein Gast fragte mich später, ob er sich einmal auf meine Gartenbank im Sommer setzen dürfe. Danach folgten fünf weitere Autoren mit ihren Geschichten, in die sie den jeweiligen Wein des Abends verpackten. Gespannt folgten die Weinliebhaber: Fantasy, Mystik, Liebesgeschichten und In vino poetas – 21.02.2016 – ein weinseliger Sonntagnachmittag bei Hans Lang weiterlesen

Review 4. Literaturfestival Fechenheim – 26.09.2015

Zur Lockerung des Oberkörpers, Abbau von Stress und Aufregung, bin ich zunächst am Samstagmorgen eine Stunde mit den Stöcken durch die altweibersommerliche Herbstlandschaft marschiert. Duschen, anziehen, Frisur, Make up und ab ins Auto nach Frankfurt. Um 14 Uhr wurde das Festival durch die Festivalleiterin Elke Dippel im Café Jasmin eröffnet. Auch sie und ihr Team waren ziemlich nervös, ihnen stand ein langer Tag bevor. Im Garten trafen sich einige ARS Autoren, zu denen auch ich gehöre, die nicht weniger zappelig waren. Sie waren genauso gespannt wie ich, in zehn verschiedenen Locations, aus ihren Werken zu lesen. Man beruhigte sich Review 4. Literaturfestival Fechenheim – 26.09.2015 weiterlesen

Ein Stapel Lesestoff und meine Lieblingsbücher

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Foto: FvS

Ich gehöre zu den Nachtlesern und demzufolge stapeln sich neben meinem Bett meist mehrere Exemplare des schlafraubenden Stoffes. Inzwischen ist er 30 cm hoch und ich muss mich ranhalten, damit er endlich etwas schmilzt. Zu dem Stapel gehören zunächst einmal Bücher, mit denen ich mein Fachwissen versuche aufzupeppen, wie zum Beispiel „Gewaltfreie Kommunikation – Eine Sprache des Lebens“ von Marshall B. Rosenberg, „Die Macht der Emotionen – und wie sie unseren Alltag bestimmen“, „Der ganz normale Wahnsinn – Vom Umgang mit schwierigen Menschen“, beide von Francois Lelord und Christophe André. Das sind die beiden Autoren, die auch den Bestseller „Hectors Reise“ geschrieben haben. Danach ist man ganz bestimmt glücklich, so versprechen es die Klappentexte. Ich werde schlafen wie ein Gott! Auch das Buch über „Byron Katies – The Work“ von Moritz Boerner liegt dabei. In diesem Buch wird das Wissen über eine bestimmte Fragetechnik im Umgang mit schwierigen Lebenssituationen vermittelt. Ein Stapel Lesestoff und meine Lieblingsbücher weiterlesen

MOMENTUM – Ein Buch voller Glück…

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Foto: FvS

„MOMENTUM – gestrandete Geschichten“

Muttertags-Buch-Verlosung 2015

Mein schönstes Mutter – Erlebnis ist …

Erinnert ihr euch noch? Was war das für euch? Schreibt es in die Kommentare. Brigitte Wilke und ich verlosen an das schönste Mutter-Erlebnis unseren knallroten Leinen Leporello „MOMENTUM – gestrandete Geschichten“.

In jedem Moment steckt ein besonderes Erlebnis haucht ihm nochmal Leben ein und schaut, was es mit euch macht. Bis heute Nacht, 7.5.2015, 0:00 Uhr, läuft die Verlosung. Als, los geht’s …

Das erwartet euch:

MOMENTUM – Ein Buch voller Glück… weiterlesen

Lesung am 20. März 2015 in der Café Jasmin Lounge in Frankfurt-Fechenheim

mit Franziska von Schleyen und Brigitte Wilke

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Franziska von Schleyen

Wer schon einmal auf einer Lesung war, weiß wie das abläuft. Vor dem Publikum steht oder sitzt der Autor und alle lauschen aufmerksam seinen Worten. Wer allerdings bei der ARS (Autoren RheinMain Stammtisch) Autoren-Lesung dabei war, hat eine besondere und vielleicht neue Erfahrung gemacht.

Dort suchten sich die Autoren ihre Plätze selbst aus. Jeder Autor wählte den Platz, an dem er sich am wohlsten fühlte, direkt an den Tischen mitten unter den Gästen. Auf diese Weise hatten die Gäste die Möglichkeit, sich mit den Autoren auszutauschen und Fragen zu stellen. Dies wurde sehr gut angenommen. In den Pausen lief man umher, kaufte ein oder mehrere Exemplare vom Büchertisch, unterhielt sich, lachte und scherzte.

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Brigitte Wilke

Mit über vierzig Gästen war das Haus voll und die Stimmung großartig. Das Team der Café Jasmin Lounge bewirtete Autoren und Gäste mit allerlei Getränken und frischen Flammkuchen. Auf diese Weise konnten alle den Freitagabend entspannt genießen. Lesung am 20. März 2015 in der Café Jasmin Lounge in Frankfurt-Fechenheim weiterlesen

Live bei ARS: Brigitte Wilke und Franziska von Schleyen

Zum ersten Mal lesen die beiden Autorinnen Brigitte Wilke und Franziska von Schleyen live, am Freitag, den 20.03.2015, um 19 Uhr, in der Café Jasmin Lounge in Frankfurt-Fechenheim. Die Lesung wurde organisiert von ARS, dem Autoren Netzwerk Rhein Main. Mit großer Liebe zum Detail haben sie ihre Momentums ausgewählt die sie an diesem Abend den Gästen präsentieren. Momentums sind der Kategorie Lyrik, Prosa und Gedichte zuzuordnen.  Insgesamt lesen an diesem Abend fünf Autoren und soviel können wir hier bereits verraten, es wird total spannend. Wir hoffen auf viele interessierte Gäste. Der Eintritt ist frei und im Café Jasmin Lounge gibt es jede Menge kulinarische Köstlichkeiten.

Wir freuen uns auf Sie!

Herzlichst Ihre Brigitte Wilke und Franziska von Schleyen