Review 4. Literaturfestival Fechenheim – 26.09.2015

Zur Lockerung des Oberkörpers, Abbau von Stress und Aufregung, bin ich zunächst am Samstagmorgen eine Stunde mit den Stöcken durch die altweibersommerliche Herbstlandschaft marschiert. Duschen, anziehen, Frisur, Make up und ab ins Auto nach Frankfurt. Um 14 Uhr wurde das Festival durch die Festivalleiterin Elke Dippel im Café Jasmin eröffnet. Auch sie und ihr Team waren ziemlich nervös, ihnen stand ein langer Tag bevor. Im Garten trafen sich einige ARS Autoren, zu denen auch ich gehöre, die nicht weniger zappelig waren. Sie waren genauso gespannt wie ich, in zehn verschiedenen Locations, aus ihren Werken zu lesen. Man beruhigte sich gegenseitig. Wie gut, wenn man nicht alleine ist habe ich mir gedacht und entspannte mich langsam. Katja Faßhauer und ich machten uns auf den Weg zur Melanchthon Kirche. Hier sollte unsere Lesung um 15.30 Uhr, gemeinsam mit drei weiteren Autoren, beginnen.

Collage 4. Literaturfestival Frankfurt-Fechenheim, Melanchthon Kirche
Collage 4. Literaturfestival Frankfurt-Fechenheim, Melanchthon Kirche: Fotos FvS

Da ich als Erste an der Reihe war, hatte ich ein paar Begrüßungsworte vorbereitet. So langsam füllte sich der Saal. Voll wurde er zwar nicht, dennoch haben wir Autoren alles gegeben. Ich las aus meinem Buch „Momentums – gestrandete Geschichten“ und danach noch aus „Begegnereien“, den Spreewald Impressionen. Zwischen den Texten begleitete mich der Liedermacher Stefan Otto mit seiner Akustikgitarre. So hauchte er meinen Lyriktexten zusätzliches Leben ein. Danke Stefan, du warst großartig!

Danach folgte Katja Faßhauer mit ihrem „39. Brief“, der mich immer wieder verzaubert. Katja hat eine sehr literarische Ausdrucksweise, dass nicht nur ich ihr gebannt zuhöre. Ergänzt hat sie ihr Programm völlig überraschend mit drei fabelhaften Märchen. Es folgten Volkmar Steininger mit der „Mordshexen-Trilogie“ und Eike Jochen Schniebs mit „Begegnungen aus Lissabon“. Zum Abschluss las Viktoria Vonseelen „Es hat ein Kuss mir Leben eingehaucht“ aus dem Leben der Dichterin Karoline von Günderode. Sehr stimmungsvoll bei Kerzenschein inszeniert.

Den musikalischen Rahmen stemmten Stefan Otto mit Songs aus seinem Solodebütalbum „Stromlandschaften“ und die Frankfurter Band „best before after“ mit gefühlvollen Balladen und Popsongs.

Unser Publikum lauschte interessiert unseren Texten und bedankte sich jeweils mit großem Applaus.

Nun folgte die Autogrammstunde. Immer wieder etwas ganz besonders für uns Autoren, so auch für mich. Ein Herr erzählte mir, dass er den Spreewald sehr gut kenne, dort sei er schon gepaddelt und ihm gefallen meine Texte sehr. Eine Frau sagte: „Ich kaufe ein Buch. Meine Freundin wird nächste Woche aus dem Krankenhaus entlassen und hier hat sie länger von, als von einem Blumenstrauß.“ Eine andere Frau erzählte mir, ich habe sie zu Tränen gerührt. Mein Herz schlug ein paar Takte höher.

Wir Autorinnen und Autoren ließen den Abend entspannt bei einem Glas Wein ausklingen, während wir uns unsere Erlebnisse des heutigen Tages erzählten. An manchen Stellen soll es zu den Krimis sogar Leichen gegeben haben! Ich denke, alle sind ziemlich erschöpft und müde nach Hause gefahren.

Für mich war es ein besonderes Erlebnis auf einem Festival zu lesen. Ein herzliches Dankeschön an Elke Dippel für ihre Einladung. Ebenso dem gesamten Team für ihr Hilfe und Unterstützung. Liebe Elke, ich wünsche dir noch viele Sponsoren die es im Jahr 2016 ermöglichen sollen, das 5. Festival zu stemmen. Ein großartiges Engagement für junge Autoren und Musiker sowie für die Stadt Frankfurt und die gesamte Rhein-Main-Region.

Chapeau!

Mit tiefenentspannten Grüßen von der Couch Franziska von Schleyen

2 thoughts on “Review 4. Literaturfestival Fechenheim – 26.09.2015”

  1. Liebe Franziska, du hast deinen Beruf verfehlt und solltest als Moderatorin durchstarten. Die Einfürung und Lesung war großartig und dieses rote Samtkleid war WOW!

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