Kunstkarten und Gedichtband – ein Glücksgefühl

Eines Tages habe ich beschlossen, meine Momentums – Lyrik, Gedichte und Prosa, müssen leben. Irgendwie. In einem Buch waren mir die Texte zu statisch. Es sei denn, man macht es sich auf dem Sofa bequem und begegnet den Texten in einer literarischen Stunde. Ich wollte jedoch, dass man sie aufstellen, verschenken, verschicken, einrahmen oder am seidenen Faden von der Decke baumeln lassen kann. Das man sie als Lesezeichen benutzen oder unter die Schreibtischvorlage schieben kann. Wie das funktionieren könnte, war mir lange nicht klar. Doch auf mein innerer Künstler ist Verlass. Er bescherte mir in einer kreativen Phase die passende Idee. Nun endlich konnte ich mir diesen Traum erfüllen!

Die Geburt der Kunstkarten

Da ich leidenschaftlich gerne fotografiere, wollte ich diese beiden Kreativitiätsimpulse vereinen. Vom Ergebnis bin ich wahrhaft überwältigt. Es sind echte Kunstkarten geworden!

Gedichtkunstkarten
Gedichtkunstkarten

Ab sofort sind fünf MOMENTUMS auf Kunstkarten erhältlich.

Himmelsblau - Gedichtband
Himmelsblau – Gedichtband

Eine weitere Idee von mir war, meine Gedichte als „Gedichtband“ zu veröffentlichen. Auch hier sollten die Texte leben. Also druckte ich kurzentschlossen „Himmelsblau“ auf ein türkisfarbenes Satinbändchen. Nun macht der Gedichtband seiner Bedeutung alle Ehre. Ein Band mit Gedichten. Ab sofort darf es überall wedeln wo es mag. Geschenke verzieren oder als Tischband dekoriert werden.

Preise:

Karte 4,50 inkl. 7 % MWSt

Gedichtband 3,50 inkl. 19 % MWSt

Schreibt mir einfach eine EMail, wenn ihr genauso einen Spaß an den Karten haben wollt wie ich 🙂  info(at)franziska-von-schleyen.de

MOMENTUM Video – Glücksbotschaften

Im Moment umgarnen mich Schmetterlinge von allen Seiten. So entstand ein, wie ich finde, sehr schönes Video im Garten der Schmet­terlinge von Schloss Sayn. Dieses kleine exotische Paradies befindet sich in zwei Glaspavillons in dem ein wahrhaft subtropisches Klima herrscht. 1987 wurde es unter der Regie von Fürst Alexander und Fürstin Gabriela zu Sayn-Wittgenstein-Sayn gegründet. Lasst euch von meinen Glücksbotschaften verzaubern…

Wenn es euch gefallen hat, schreibt mir ein Kommentar dazu, ich freue mich sehr darüber.

Herzliche Blütenstaubgrüße

Franziska von Schleyen

Aufnahmen: FvS, Produziert: mit IMovie

 

Sonnen-Suchauftrag

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Dann, wenn sich die Sonne hinter den Wolken versteckt, dann ist unser Pool, der aus den Bergen mit Wasser gespeist wird, schlichtweg der Hit. 26 Grad hatte er heute. Wenn man ganz still im Wasser steht, die Augen schließt und nur ganz sachte mit den Armen hin und her wedelt, spürt man seine watteweichen sanften Wellen. Ich fühle mich als sei ich zur Kur. Es fühlt sich an, als würde man zart von Seidentüchern gestreichelt. Kein Kindergeschnatter, kein Jubel von der Rutsche, keine hüpfenden Wasserflöhe vom Beckenrand, eben doch zwei Wasserballer. Also fast nur, das Wasser und ich. Dem italienischen Bademeister rufe ich ein freudiges „heeerrlich“ zu und er antwortet ernüchtert: „Keine Leute, die Leute wollen Sonne!“. Nach meiner Erfrischungsrunde schlüpfe ich in meine trockenen Kleider und als ich das Tor verlasse, lacht auch die Sonne schon wieder hinter den Wolken hervor.

Ich wünsche allen einen erfrischenden Sommer. Und nach der Sommerpause gibt es ja so viel zu erzählen…

Franziska von Schleyen

Im Sturm der Liebe das Publikum erobert – Premiere „words & tones“

Mit Premieren ist das so eine Sache. Man bereitet sich wochenlang vor, probt, schreibt Regiepläne, stellt das Programm um, weil es andersherum doch vielleicht besser klingt. Man wird krank und betet, dass zum Termin die Stimme wieder da ist. Man wird von guten Freunden mit echten „Caruso“- Lutschpastillen und „Strepsils“ versorgt, das beruhigt ungemein. Danke Sandra! Ich blase Blubberblasen mit einem Wasserschlauch in eine Wasserflasche um die Stimmbänder zu befeuchten, auch wenn mich Backstage alle auslachen. Doch es hilft! Dann ist es soweit. Die Spannung steigt. Es geht los. Ich nehme auf einem Barhocker Platz und Siegfried mit seiner Gitarre neben mir. In der ersten Reihe schauen wir unserem Publikum direkt in die Augen. Kein Sicherheitsabstand! Wie aufregend!

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Franziska von Schleyen und Siegfried Rolletter

Doch von vorne… am Sonntag, den 26. März 2017, feierte ich mit Siegfried Rolletter (Komponist/TS Musikproduktion & Verlag) die Premiere mit dem Programm „Words & Tones“. Wir plauderten über unsere Künstlerseele, wie unsere Texte und die Musiken entstanden sind und was sich dahinter verbirgt. Ich begann mit einer meditativen Prosa „Begegnereien“ aus dem Spreewald, die Siegfried mit einem Walzer auf der Gitarre ausklingen ließ. Gefolgt von „Himmelsblau“, ein Momentum, das an einem himmelblauen Tag entstand und die Sehnsucht nach mehr Meer weckte. Da wirkte Blue Moon wie ein krönender Abschluss. Welche Wege bis zum „Ohrwurm“ nötig waren, wurde durch die Geschichte der beiden Blue-Moon-Autoren, Richard Rodgers (Musik) und Lorenz Hart (Text), erst deutlich.

Dies war eine gute Gelegenheit, den Gästen meine neuen Kunstkarten mit Momentums (Lyrik, Gedichte oder Prosa) vorzustellen und das! neue Gedichtband, ein türkisfarbenes Satinband mit dem Text „Himmelsblau“.

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Siegfried Rolletter

Nach der Pause folgte ein Interview. Schließlich wollten alle wissen, wie sich Komponisten von der Filmmusik inspirieren lassen und wie die Musik unter den Film kommt. Unsere Gäste fanden dieses Thema super spannend. Bei der Lyrik „Im Sturm der Liebe“ wurde ich selbst überrascht. Siegfried Rolletter zeigte sich als Liedermacher und hatte mein Gedicht interpretiert und musikalisch begleitet. Was für eine Überraschung, da muss man als Autorin schon mal schlucken vor Freude. Für unser Publikum war die Verwandlung vom Gedichtes in einen Song eine ganz besondere Erfahrung.

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Franziska von Schleyen und Siegfried Rolletter

Mit der Zeit ist das so eine Sache, nie hat man genug davon. So ging auch die Zeit mit einem gut gefüllten und sehr abwechslungsreeichen Programm wieder viel zu schnell vorbei. Was passte da besser als das Gedicht „Die Zeit“. Siegfried beschrieb, wie er die Zeit während einer Radtour in den Bergen völlig vergaß und danach die „Rohrmoos – Öblarn –Tour“ komponierte. Sogar eine Zugabe wurde gewünscht. Zum Glück waren wir darauf vorbereitet und hatten genug Texte und Noten im Koffer. Das Publikum tauchte noch einmal ganz tief in die inneren Gedankenwelten der Liebe und Bach wäre stolz auf uns gewesen. Wir bekamen großen Applaus und sind an diesem Abend glücklich nach Hause gefahren.

An dieser Stelle sagen wir unseren Gästen ein herzliches Dankeschön für den Dialog und die Wertschätzung die Sie unserer Arbeit entgegengebracht haben. Ebenso dem gesamten Maleen-Kellertheater-Team, ihr seid ne echt coole Location!

Franziska von Schleyen und Siegfried Rolletter

[Fotos/Text: Franziska von Schleyen]

Maleen Kellertheater: Words & Tones, 26. März 2017

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Am 26. März 2017, um 18 Uhr,

präsentieren Franziska von Schleyen (Words)

&

Siegfried Rolletter (Tones)

Words & Tones

im MALEEN Kellertheater in Frankfurt am Main.

Für diesen Abend haben die beiden Künstler Franziska von Schleyen und Siegfried Rolletter ein sehr individuelles Programm zusammengestellt, das aus Poesie, Gedichten, Lyrik und einem abwechslungsreichen Musikrepertoire besteht. Sie plaudern über ihre Arbeit, wie Texte und Musik entstehen, was sie dabei alles erlebt haben, über Gedanken und Gefühle und gewähren so Einblicke in eine sehr individuelle Künstlerwelt. Das Publikum darf sich auf einen sehr persönlichen Abend freuen, bei dem sich die beiden Künstler über einen Austausch mit dem Publikum sehr freuen.

Erzählen Sie es weiter, wir freuen uns auf Sie!

Ihre Franziska von Schleyen und Siegfried Rolletter

Eintritt: 6 Euro

Anfahrt Kellertheater Maleen Kellertheater: Words & Tones, 26. März 2017 weiterlesen

Mittagshore

Winter Impressionen, 30.12.2016, Benediktinerinnen Abtei St. Hildegard, Rüdesheim/Eibingen
Winterimpressionen 30.12.2016 Benediktinerinnen Abtei St. Hildegard, Rüdesheim/Eibingen

Es ist ein besonderer Ort.
Ein Ort der Stille.
Irgendwie dem Himmel so nah.
Glocken hallen weit übers Land,
Durchdringen düstere Nebel im Tal.

Engelsgleiche Stimmen,
Schweben wie weiße Lilien
Durch den Ort der Stille.
Erreichen die Herzen.
Ganz tief drinnen.

Teilen sich den Gesang.
Finden zusammen in hellem Klang.
Ein Brief an die Kolosser erzählt
„Liebe ist das Band, das alles zusammen hält…“

HALLELUJA

(Franziska von Schleyen, 30.12.2016, Benediktinerinnen Abtei St. Hildegard, Rüdesheim/Eibingen Mittagshore, Brief an die Kolosser 3,14)

 

Eine Blume im Himmel

Stella hat es nach Hampton-In-Arden verschlagen, ein Dorf in den Midlands, mitten in England. Auch diesmal hat sie im Village Pub „White Lion“ ein Zimmer gebucht. Sie liebt diesen Pub. Immer, wenn sie eine Geschäftsreise nach Birmingham unternimmt, ist genau das der Ort, wo sie nach einem anstrengenden Arbeitstag ihre Ruhe findet. Mit dem Taxi vom Airport ist er in exakt zehn Minuten zu erreichen. Vorausgesetzt, sie versäumt es nicht, dem Taxifahrer rechtzeitig den Schleichweg über die Shadowbrook Lane anzusagen. Wenn sie nach Birmingham fährt, wo die meisten Geschäftstreffen stattfinden, nimmt sie den Zug.

Stella genießt es, auf ihren geschäftlichen Reisen an einem Ort zu wohnen, den sie kennt. Es verursacht ihr weniger Stress, davon hat sie tagsüber schließlich genug. Kein Check-in, keine Ausweiskontrolle, kein Kreditkartencheck. Stattdessen eine herzliche Umarmung von Math, dem Chef, der ihr gleich den Zimmerschlüssel in die Hand drückt. Am Nachmittag ist noch nicht viel los hier. Es beginnt leicht zu schneien und die Gaststube füllt sich langsam. In den Fensternischen, vor den weißen Sprossenfenstern, versammeln sich Pärchen auf einen Feierabenddrink. Einige Männer nehmen an der Bar Platz. Sie genießen ein Pint und unterhalten sich angeregt. Auf der Theke stehen unzählige geöffnete Rotweinflaschen und ein silberner Kühler, der bis an den Rand mit Eis gefüllt ist. Französische und argentinische Weißweine werden bis zur vollständigen Geschmacksneutralität hinunter Eine Blume im Himmel weiterlesen

Paul- Eine Weihnachtsgeschichte

Paul ist ein alter Mann. Seine Frau ist vor mehr als zehn Jahren gestorben und seine Söhne sind schon lange zu Hause ausgezogen. Michael wohnt mit der Familie in München und Frank, als ewiger Single, in Hamburg. Beiden geht es gut, sie haben zumindest keine finanziellen Probleme. Ab und zu rufen sie ihn an oder besuchen ihn. Das macht Paul glücklich.

In der Straße, in der Paul wohnt, sitzt er jeden Abend auf einem Mauerpfosten vor dem Haus. Am liebsten trägt er seine blaue Arbeitslatzhose, dazu ein kariertes Hemd, an dem die Ärmel hochgekrempelt sind und seine blaue Wollmütze, die er wie ein Matrose tief in die Stirn gezogen hat. Auf der Nase sitzt seine olle goldene Brille, die irgendwie gar nicht zum Rest passt. Er beobachtet die Leute mit ihren Autos, Fahrrädern, Mopeds und Motorrädern, wie sie an ihm vorbei fahren. Manche grüßen ihn und heben im Vorbeifahren die Hand. Das macht Paul glücklich.

Mit den Fußgängern hält er ab und zu einen Plausch. „Hallo Paul, wie geht’s heute?“, fragen sie ihn, oder „Na, Paul hast du schon deinen Salat gegossen?“ Manche berichten ihm von ihren Sorgen. Paul hört ihnen zu, nickt mit dem Kopf und sagt „Ja, ja, so ist es.“ Andere hören überhaupt nicht mehr auf zu quasseln. Doch Paul ist ein geduldiger Zuhörer. Das macht Paul glücklich.

Wenn er nicht auf dem Mauerpfosten sitzt, fährt er mit seiner Agria 1700 durch die Gegend. Ein Auto braucht er nicht. Paul ist besonders stolz auf dieses kleine Gefährt, Baujahr 1957. Den Anhänger hat er selbst zusammengezimmert, weil er früher viel Holz für den Kamin transportiert hatte. Heute fährt er damit hauptsächlich zum Einkaufen, zum Doktor und zum Friseur. Einige, die ihn abends grüßen, wenn er auf dem Mauerpfosten sitzt, kennen Paul von seinen Touren. Sie müssen dann langsam hinter ihm her zuckeln, weil er nicht so schnell ist. Die alte Dame hat nur 6 PS. Er nennt sie liebevoll „Agathe“, wie seine Schwester. Bevor er morgens losfährt, sagt er manchmal „Moin, Agathe, alles klar?“ und lächelt zufrieden. Das macht Paul glücklich.

Eines Abends sitzt Paul wieder auf seinem Mauerpfosten und beobachtet die Leute. Jan, der auf dem Weg zur Judostunde ist bleibt stehen.

„Hallo Paul! Sag mal, wie kommst du eigentlich auf die Mauer?“ Paul- Eine Weihnachtsgeschichte weiterlesen

HohenzollernDAMM

Nichts ist mehr wie es war…
Kein Kräutergarten, keine Lilien, kein Helleborus.
Keine hohen Bäume, die mich beschützen und inspirieren.
Unter deren Blätterdach ich mich in ferne Länder träumen kann.
Die Villa am BahnDAMM, in ländlicher Idylle.

Im Tausch gegen epochalen Jugendstil.
Drei Quadratmeter Balkon geizen mit Grün.
In der 3. Etage – Sommerhitze zum Erbrechen.
Linden fressen Feinstaub, dämmen den Schall.
Zaghaft meldet sich ein Spatz.
Das Gotteshaus gegenüber atmet Frieden aus, mit aller Macht.
Heimweh zerreißt meine Brust.
4.480 Meter HohenzollernDAMM, in Berlin.

Keine Falken am Himmel, die meine Sehnsucht davon tragen.
Stattdessen, staubiger Asphalt.
Blechkarawanen auf der Route Preußischer Könige und deutscher Kaiser.
Sanft küsst mich die Sonne warm durchs Fenster.
Langsam erwärmt sich mein Herz.

Neue Lust zu Leben – HohenzollernDAMM

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70 poetische Blickwinkel eines pulsgewordenen Stadtalltags, eine [kritische] Liebeserklärung an Berlin. Veröffentlicht Anthologie „Pulsgeworden – Stadt schlägt Sinn in Dir“, Herausgeberinnen: Stephanie Mattner & Jennifer Hilgert.